Willkommen bei Stadtbild Deutschland !

Verehrte Besucherin, verehrter Besucher,
wir freuen uns, Sie auf den Seiten von Stadtbild Deutschland herzlich willkommen zu heißen!


Was Hermann Hesse einst im Zuge der Diskussion um den Wiederaufbau des Goethe-Hauses in Frankfurt am Main vorausgesehen hat, ist heute vielerorts bittere Realität geworden.

Vielfach führen wir dieses hundertfach beschnittene, verkümmerte Leben – wenngleich auch nicht wenige diesen Mangel oder dessen Quelle nicht gewahren. Der volle Bauch gibt sich leicht mit wenig zufrieden, auch wenn viel mehr möglich und nötig wäre. Denn was wir sind und was wir haben, ist das Ergebnis eines Jahrhunderte, ja Jahrtausende langen Fortschreitens. Die geschichtliche Fülle, diese historische Aufgeladenheit von Allem ist zwar zu einem kleinen Teil auch in Büchern niedergeschrieben, zeigt sich aber vor allem in der künstlichen, unserer Kultur entstammenden, im weitesten Sinne gebauten Umwelt. Was ein mittelalterliches Haus über das damalige Leben sagt, ein barockes Schloss über die Größe eines Monarchen oder ein gründerzeitliches Rathaus über den Stolz der Erbauer, lässt sich in noch so vielen Büchern niemals auch nur annähernd so detailliert und lebendig erfassen.

Diese Beispiele zeigen schon, dass für den vitalen Einblick in die eigene Geschichte (oder die der anderen) völlig irrelevant ist, ob an einem mittelalterlichen Gebäude noch ein 500 Jahre alter Balken das Dach trägt, ob dieser im 19. Jahrhundert schon ersetzt wurde, oder ob es sich um einen neuen Balken aus dem Wiederaufbau handelt. Dies sind akademische Fragen, unwichtig für das tägliche Leben, interessant eher für den Kunsthistoriker oder Archäologen.

Um Geschichte erleben zu können, um einen Einblick zu bekommen in das große historische Gewebe, in welches die eigene Existenz als nur kleiner Knoten eingeflochten ist, um zu begreifen, woher man kommt, damit man erkennt, wer man ist, um sich berauschen zu können an der Geschichte, am Alten und am Schönen, dafür ist keineswegs eine – wenngleich wünschenswerte – Authentizität in Form einer Originalsubstanz relevant, nein, dafür genügt die bloße, und eben heute oft schmerzlich fehlende, Präsenz.

Ein großer – viel zu großer – Teil unseres baulichen Erbes ging im Bombenhagel des zweiten Weltkriegs verloren,

und damit nicht nur, was Generationen vor uns mit Mühe, Fleiß und Liebe schufen, nicht nur die unbeschreibliche Ausstrahlung vielerorts über Jahrhunderte hinweg gewachsener, mit Bedacht und Sinn für Harmonie ergänzter Stadtbilder, nicht nur die Botschaften und Lehren unserer Ahnen, nicht nur über Zeitalter hinweg gepflegte, ergänzte, vollendete und wiederhergestellte einzelne Kostbarkeiten, nicht nur ein kaum fassbares Maß an Größe und Schönheit, sondern auch ein wichtiger Teil unserer Seele (moderner gesprochen: unsere Identität) – oder, um es nochmals mit den weisen Worten Hermann Hesses zu sagen: „Es ist damit nicht nur eine Menge hoher Werte an Tradition, an Schönheit, an Objekten der Liebe und Pietät zerstört: Es ist auch die Seelenwelt dieser Nachkommen einer Substanz beraubt, ohne welche der Mensch zwar zur Not leben, aber nur ein hundertfach beschnittenes, verkümmertes Leben führen kann.“

Doch war diese Zerstörung nur die erste Katastrophe, die Auslöschung unserer Geschichte durch die Bomben nur die erste Phase; die zweite war die vielerorts getroffene Entscheidung, das Verlorene nicht wiederherzustellen, ja, gar das Verbliebene noch nachträglich zu zerstören!

Ein naiver, trotziger und geschlagener Zeitgeist wollte und will alles anders machen – und macht (städtebaulich) fast alles schlechter. Wer heute durch deutsche Straßen geht, hat oft den Eindruck, dieses Land wäre nur ein halbes Jahrhundert alt und dessen Bewohner ohne jeden Geschmack und ohne jede Liebe zu ihrer gebauten Umwelt; eingestreut zwischen gesichts- und geschichtslosen Neubauten, umgeben von breiten, toten Straßen, Unrat und Mastenwäldern, finden sich verloren ein paar Artefakte aus alter Zeit, schöne, liebevolle Gebäude mit geschichtlicher Tiefe, keine kurze, bloße Mode. Nur in Ausnahmefällen finden sich noch wenigstens auf kleinem Raum geschlossene und gepflegte Straßen- und Stadtbilder, nur selten noch Orte, an denen man sich einfühlen kann, wie es früher einmal gewesen sein muss, an denen auch Vergangenheit erfahrbar wird, die sich nicht auf ein kurzes halbes Jahrhundert beschränkt.

Verbliebene historische Objekte werden hinter Glas gesperrt, um das Dasein eines Toten zu führen, oder werden durch stilistisch völlig unpassende An- oder Umbauten jeder Ausstrahlung beraubt. Gebäude, denen (um dies ob der Bedeutung nochmals zu wiederholen) die Liebe und der Fleiß von Generationen zu ornamentreichen und harmonischen Fassaden verhalf, an denen man die einzelnen Zeiten ablesen konnte wie an den Ringen eines Stammes, werden ersetzt durch solche mit nackten und leblosen, ohne Schmuck und ohne geschichtlichen, traditionellen oder regionalen Bezug.

Hier geht es zu Artikeln über unsere Städte und ihre Entwicklung

Vieles hätte nach dem Krieg gerettet, vieles vergleichsweise einfach rekonstruiert werden können, doch es fehlte der Wille dazu und manchmal auch die Kraft. Dennoch sollte man anerkennen, dass, obzwar mit großen regionalen Unterschieden, durchaus einiges rekonstruiert wurde. Freilich viel zu wenig. Doch ist es uns Heutigen nicht gestattet, diejenigen anzuklagen, die aus einem Land, das zerstört wurde wie keines zuvor und seitdem, wieder ein bewohnbares machten. Die Mehrheit der Menschen damals hat teils unter großen Mühen und Gefahren ihren Teil geleistet, versagt haben Politiker, Städteplaner, Architekten und Denkmalpfleger der Nachkriegszeit. Auch in den letzten Jahrzehnten wurden immer wieder einzelne Objekte rekonstruiert, fast immer aber erst nach langem Kampf von ersteren gegen den zähen Widerstand von verblendeten und uneinsichtigen letzteren.
Nun ist es an der Zeit, dass auch die jüngeren Generationen ihren Teil dazu beitragen. Wir, die hinter dem Projekt und Verein Stadtbild Deutschland stehen, wurden fast ausnahmslos erst viele Jahrzehnte nach Kriegsende geboren. Das (für die Betroffenen ohne Zweifel viel größere) Grauen von damals mussten wir nicht erfahren, aber wir erfahren oft täglich das Grauen unserer verstümmelten Städte und Orte (insbesondere, wer seine Umwelt offen und reflexiv wahrnimmt);

und wir spüren, dass man uns damit zu Unrecht eines wichtigen Teiles unserer Identität und der Freude an unserer Umwelt beraubt,

vielleicht ist es bei dem einen oder anderen auch oder nur der Wunsch nach Städten mit größerer geschichtlicher Tiefe bei bedachter regionaler Weite, nach gewachsenen, harmonischen Städten; vielleicht teilen auch manche die weit verbreitete Erfahrung, dass bei Vergleichsbildern von Vorkriegs- und heutigem Zustand von Gebäuden, Straßenzügen oder Vierteln meist die ersteren schöner und lebenswerter erscheinen. Es gibt mannigfaltige Gründe für Rekonstruktionen zu sein, aber bei näherer Betrachtung praktisch keine stichhaltigen dagegen.

In den Artikeln auf den Seiten von Stadtbild Deutschland spielt deshalb sehr oft die Erinnerung an das, was war, der Vergleich zwischen dem, was war, und dem, was ist, und der Wunsch nach Wiederherstellung oder zumindest Beachtung bzw. Einbeziehung der städtebaulich, kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutenden Teilen unseres (oft nur noch in Bildern und Plänen erfahrbaren) baulichen Erbes eine wichtige Rolle, wenn nicht gar die Hauptrolle. Die Förderung von sinnvollen Rekonstruktionen ist laut Satzung eine der Hauptaufgaben des Vereins Stadtbild Deutschland.


Hier geht es zu Artikeln über das zentrale Thema Rekonstruktion

Damit ist es aber nicht getan. Neben der Wiederherstellung wichtiger Bauten und Ensembles gilt es auch, das Vorhandene oder wieder Erschaffene zu pflegen, wenn es diese Pflege denn wert ist. Dabei sollte der Denkmalschutz, entgegen der aktuellen Mode, dafür sorgen, dass der Eindruck eines Objektes einerseits erhalten bleibt, ggf. auch durch Erneuerung oder Ergänzung, andererseits sich aber einem harmonischen und organischen Weiterbau an einem Denkmal nicht verweigert. Wer einem mittelalterlichem Gebäude einen Aufzug aus Glas und Stahl „verpasst“, der sticht einen Dolch in die Seele des Gebäudes. Ähnliches gilt in gleicher Weise für trivialere Dinge wie (Stadt-)Möblierung oder Beschilderungen.


Hier geht es zu Artikeln zum Thema Denkmalpflege

Am Punkte der Ergänzung, kommt die traditionelle respektive regionale Architektur ins Spiel, ein weiteres Gebiet, mit dem sich Stadtbild Deutschland beschäftigt. Denn die harmonische Erweiterung eines historischen Gebäudes oder beispielsweise das Füllen einer Baulücke in einer Altstadt kann nur durch eine Architektur erfolgreich geleistet werden, die auf regionale und traditionelle Bauformen Rücksicht nimmt (insofern eine Rekonstruktion keine echte Option ist). Wer ein gotisches Patrizierhaus mit einem passenden Aufzug versehen möchte, der braucht eben Handwerker und Architekten, die entweder einen gotisierenden oder in anderer Weise stilistisch verträglichen Aufzug bauen können. Ebenso bedarf es Handwerkern und Architekten, die auf dem Gebiet historischer, traditioneller und regionaler Bauformen, -techniken und -materialien bewandert sind, wenn ein entsprechendes Objekt rekonstruiert werden soll. Nicht zuletzt sei angemerkt, dass die Verwendung tradierter Bauformen und -techniken dem Geist der Erhaltung baulichen Erbes im weiten Sinne entspricht, und dass der Rückgriff auf die in Jahrhunderten angesammelte Erfahrung sicher bessere Ergebnisse zeitigen würde, verglichen mit der Qualität von vielem, was heute gebaut wird.


Hier geht es zu Artikeln über traditionelle bzw. regionale Architektur

Um die bisher angesprochenen Ziele zu erreichen, ist es wichtig, dass die Bürger selbst sich engagieren. Es gibt deutschlandweit neben Stadtbild Deutschland zahlreiche Vereine, Initiativen und Stiftungen, die sich für jene einsetzen. Helfen Sie diesen, werden Sie aktiv. In unserer umfangreichen Verweisliste finden Sie eine große Zahl solcher Organisationen aufgelistet. Treten Sie mit ihnen in Kontakt, spenden Sie, schreiben Sie Leserbriefe, beteiligen Sie sich an Veranstaltungen... – werden Sie aktiv.

Stadtbild Deutschland hat sich auch als langfristiges Ziel gesetzt, eine gemeinsame Plattform und Anlaufstelle für all diese zersplitterten Gruppen bereitzustellen. Wenn Sie selbst oder Ihre Organisation etwas zu diesen Seiten beitragen möchten, vielleicht sich und Ihr Projekt vorstellen möchten, einen guten eigenen Beitrag verfasst haben oder einen Artikel kennen, der Ihrer Meinung nach auf diese Seite sollte, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Reden Sie mit uns, reden Sie mit anderen Aktiven – die Hauptsache ist, es bewegt sich etwas.

Besuchen Sie bitte zuvörderst die Rubrik über Stadtbild Deutschland e.V. und es wäre unsere größte Freude, Sie bald als Mitglied von Stadtbild Deutschland e.V. begrüßen dürfen zu können.

Damit sind alle maßgeblichen Felder umrissen, und es bleibt mir nur noch die angenehme Aufgabe, Ihnen im Namen aller an Stadtbild Deutschland Beteiligten, trotz der oft traurigen Thematik, viel Freude auf den weiteren Seiten zu wünschen.
„Soll man rekonstruieren? Ich muss die Frage rückhaltlos bejahen.“

Anlässlich des I. Stadtbild Deutschland Workshops, der vom 31. März 2007 bis zum 1. April 2007 stattfand, haben wir einige der Texte unserer Site, die aus unserer eigenen Feder stammen, in einer Textsammlung zusammengefasst, die als PDF-Datei (leider 13MB groß, wegen der vielen hochaufgelösten Bilder) herunterladbar ist. Das Dokument eignet sich für einen zweiseitigen Ausdruck.


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News

03.06.2009
E i n l a d u n g zur 15. Sitzung des Sonderausschusses "Dom-Römer" am Dienstag, dem 16. Juni 2009, 17.00 Uhr
hier anklicken: Program der 15. Sitzung des Sonderausschusses "Dom-Römer"
Rathaus-Südbau, Bethmannstrasse 3, 3. Obergeschoss, Sitzungssaal 310, Besuchereingang: Bethmannstrasse 3. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an dieser öffentlichen Sitzung teilzunehmen.

27.04.2009
Einladung zum Bau-Symposium am 15. Mai 2009 im Plenarsaal des Dresdner Rathauses
hier anklicken: Bau-Symposium am 15. Mai, 2009 veranstaltet von der GHND
Deutschland zwischen Tradition und Moderne – Welche Chance hat das traditionelle Bauen und der europäische Städtebau in Deutschland?

07.03.2009
Dresdner Gestaltungskommission versagt erneut !

Stadtbild Deutschland fordert demokratische Entscheidungsverfahren statt Hinterzimmerklüngel !

Die Dresdner Gestaltungskommission hat es wieder einmal geschafft: Mitten im Gebiet des Historischen Neumarkts soll ein grober, architektonisch misslungener Bürohausklotz das eben unter Mühen wiederentstehende Stadtbild des Alten Dresden verunstalten...

Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung unter: Verein -> Mitteilungen

15.01.2009
Die Entscheidung ist gefallen, das Potsdamer Stadtschloss soll seinen historischen Hof wiederbekommen!

Der moderne Entwurf für den neuen Potsdamer Landtag ist chancenlos. Stattdessen werden jetzt nicht nur die Fassaden des historischen Stadtschlosses wieder hergestellt, sondern auch der Innenhof soll wieder so aussehen wie zu Kaisers Zeiten.
Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung unter: Verein -> Mitteilungen

11.01.2009
Sehr geehrte Mitglieder und Freunde,
gestern abend haben wir eine Bitte um Unterstützung von Herrn Pohlig / Verein Mitteschön Potsdam bezüglich der Hoffasssadenrekonstruktion des wieder aufzubauenden Potsdamer Stadtschlosses erhalten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie alle möglichst zahlreich diese Potsdamer Forderung einer originalgetreuen Rekonstruktion der Fassaden inklusive der Hoffassaden des Potsdamer Stadtschlosses / Landtagsneubaus unterstützen würden.

Entsprechende Rückmeldungen zur Unterstützung der Sache bitte möglichst rasch und direkt an Herrn Pohlig über diese mail-Adresse: dpohlig@t-online.de senden.

Mit freundlichen Grüßen, Dipl. Volkswirt Mark Steger
Stellv. Vorsitzender Stadtbild Deutschland e.V.
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07.01.2009
Lieber Besucher, liebe Mitglieder von Stadtbild Deutschland e.V.! Aus gegebenem Anlaß möchten wir Sie auf einen exzellenten Artikel des Bremer Literaturwissenschaftlers und Philosophen Prof. Peter Bürger in der heutigen NZZ hinweisen:
Die Echtheit der alten Steine; Neue Zürcher Zeitung

Mit herzlichen Grüßen, Dr. Markus Rothhaar
Vorsitzender Stadtbild Deutschland e.V.
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31.12.2008!
Stadtbild Deutschland wünscht zum Neuen Jahr viel Glück, Gesundheit und Erfolg!!

28.11.'08
Die Wettbewerbsentscheidung zugunsten eines weitestgehend traditionellen Entwurfes für das neu zu errichtende Berliner 'Humboldt Forum' ist gefallen. Stadtbild Deutschland gratuliert Francesco Stella zu seinem mutigen, traditionellen Entwurf.

Vor allem aber geht unser Glückwunsch an Herrn von Boddien, welcher durch seinen langjährigen, visionären Einsatz dieses für Berlin und Deutschland so wichtige Signalprojekt überhaupt erst ermöglicht hat.
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05.11.'08
Wir heissen alle Freunde zeitgenössisch traditioneller Architektur, aktueller Rekonstruktions-projekte und natürlich alle Besucher auf unserer neugestalteten Seite herzlich willkommen..!
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